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Martial Art

Tai Chi ist im Westen weitgehend als Gesundheitsübung für vorwiegend ältere Menschen bekannt. Ohne den gesundheitlichen Nutzen zu schwächen ist Tai Chi Chuan vielmehr eine holistische Kampfkunst, die Innere Energie kultiviert, um sie für die Selbstverteidigung zu nutzen. Eine gute körperliche Konstitution, eine gute gesunde Einstellung (Spirit) sowie Selbstbewusstsein sind dafür eine Grundvoraussetzung. Um diese Grundvoraussetzungen zu schaffen und Tai Chi Chuan zur Selbstverteidigung zu nutzen, ist jahrelanges kontinuierliches und engagiertes Training erforderlich. Dieses Training fordert Körper und Geist in einzigartiger Weise. Ziel dabei ist, auch in sehr angespannten Situationen innere Gelassenheit zu bewahren und unvermeidbaren Angriffen mit innerer Kraft (Qi) zu begegnen. Alle Bewegungen im Tai Chi Chuan besitzen einen Bezug zur kämpferischen Anwendung deren Kenntnis zum Erlernen der Kampfkunst Tai Chi Chuan essentiell ist.

 

Gau Sau (Exchange of hands)

Durch den stetiger Austausch und das gemeinsame Üben der Prinzipien und Konzepte mit unterschiedlichen Partnern wird Verständnis der eigenen Energie sowie der Energie des Gegenübers erlangt. Dieser Austausch ist erforderlich um über die Zeit Vertrauen in die eigene Energie zu gewinnen und in den Anwendungen zunehmend physische Kraft durch Qi Energie zu ersetzen. Das Qi wird dabei allein durch die Vorstellungskraft (Yi) gelenkt. Um in der Anwendung die dafür nötige Weichheit beibehalten zu können, muss eine Verbindung zum Gegenüber aufgebaut werden, die es einem ermöglich die angreifende Kraft zu überwinden. Diese Kunst ist kaum mit Worten beschreibbar und muss gefühlt werden.

 

Die Waffenformen

Traditionell werden im Yang Tai Chi Chuan verschiedene Waffen-Formen und Anwendungen trainiert, die den martialen Aspekt des Tai Chi Chuan offensichtlich machen. Zu den verwendeten Waffen gehören:

  • Dao (Säbel),

  • Jian (Schwert),

  • Dagan (Stab),

  • Qiang (Speer)

  • Guan Dao (Hellebarde)

Das Erlernen der Waffenformen erfordert zunächst eine gute Kenntnis der Handform(en). Eine fundierte Basis in den Prinzipien des Tai Chi Chuan ist erforderlich; denn Waffenformen mit Leben zu füllen ist ungleich schwerer. Es bedarf Präzision und Entspannung in der Bewegung sowie Vorstellungskraft und Präsenz weit über den eigenen Körper hinaus. In den Händen eines Meisters macht diese enorme Präsenz mit der Waffe die Faszination der Waffenformen aus.